• Rundbrief 9/2022

    Detmold, den 2. 9. 2022

    Liebe Mitglieder, liebe Freunde der Gesellschaft,

    zu den schon im letzten Rundbrief angekündigten Veranstaltungen der Gesellschaft kommt im September noch eine hinzu, die wir Ihnen ans Herz legen möchten:

    Mittwoch, 28. September 2022 um 19:30 Uhr

    Auferstehungsglaube im Vergleich der christlichen und jüdischen Religion

    Pfarrer Dr. Dr. Markus Jacobs

    Der Glaube in Christentum und Judentum an ein Leben nach dem Tod weist eine vielschichtige Verflechtung auf. Für das Christentum ist die Erfahrung der Auferstehung Jesu Christi grundlegend für die Entwicklung als eigene Religion. Aber Jesus und die meisten Menschen in seinem Umfeld waren Juden. Vorstellungen zum Leben nach dem Tod gab es schon im Judentum vor der Zeitenwende und sie entwickelten sich stetig weiter in den späteren Jahrhunderten. Wie ist dies heute theologisch einzuschätzen?

    Pfarrer Dr. Dr. Markus Jacobs, Leiter des Pastoralverbundes Lippe-Detmold wird zu diesem Thema referieren.

    Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.

    Eintritt frei.

    Kath. Gemeindehaus, Schubertplatz 10, 32756 Detmold

    Und es stehen in der nächsten Zeit auch einige interessante Veranstaltungen an, auf die wir per Mail von verschiedenen Seiten hingewiesen wurden. Diese Hinweise geben wir hier gerne an Sie weiter:

    Montag, 12. September 2022 um 18:30 Uhr

    Einladung zur Ausstellung "Fensterprojekt" und zum Empfang der Lippischen Landeskirche

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    liebe kunstschaffende Freundinnen und Freunde,


    in den vergangenen Jahren hat manches im Miteinander unter Corona gelitten. So musste der Jahresempfang der Lippischen Landeskirche für Kulturschaffende 2020 ausfallen. Für 2021 war der Empfang geplant mit einer Ausstellung, die Werke des Fensterprojektes in der Lortzingstr.4, Detmold, zeigen sollte..
    Leider musste kurzfristig abgesagt werden – nicht wegen Corona, sondern weil das Bauordnungsamt Veranstaltungen in der Detmolder Christuskirche untersagte. Man sah die notwendige Sicherheit nicht gewährleistet.

    Nun freue ich mich, einen neuen Anlauf nehmen zu können und Sie einzuladen:

    Der Empfang der Landeskirche und die verbundene Eröffnung der Ausstellung Fensterprojekt finden am Mo., den 12. September 2022 statt. Ort des Geschehens ist die nun freigegebene und frisch sanierte Christuskirche in Detmold, Bismarckstr.16. Wir treffen uns um 18.30 Uhr und werden zunächst von Landessuperintendent Dietmar Arends namens der Landeskirche begrüßt. Im Anschluss gibt es einige Infos zur Ausstellung Fensterprojekt und einen kleinen Imbiss. Der Abend wird ausklingen mit einigen Informationen zur Sanierung der Christuskirche.

    Um planen zu können, bitte ich Sie um eine Rückmeldung, ob und mit wieviel Personen Sie teilnehmen.
    Danke.

    Ich freue mich, Sie zu treffen und grüße Sie herzlich

    Maik Fleck, Pfr.
    Beauftragter der Lippi.Landeskirche
    für das Gespräch mit Kulturschaffenden
    05231-933070
    michael.fleck@lippische-landeskirche.de

    Lippischen Landeskirche

     

    Freitag, 23. September 2022 um 19:30 Uhr

    Heinrich Schalit „Freitagabendliturgie“

    für Solo, Chor und Orgel (1932) und originale Blechbläsermusik jüdischer Komponisten

    Ein Projektchor, Leitung: KMD Johannes Vetter sowie ein Posaunenensemble

    Im Rahmen des Festjahres "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" - in Kooperation mit dem Landesverband Lippe. Eintrittskarten online buchen und mit Kreditkarte bezahlen: https://tickets.nicolai-lemgo

    Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Nicolai Lemgo und Landesverband Lippe

    St. Nicolai-Kirche, Papenstraße 15, 32657 Lemgo

     

    Samstag, 24. September 2022 um 18:00 Uhr  und  Sonntag, 25. September 2022 um 11:30 Uhr

    Kulturtalk im Sommertheater Detmold und Ausstellung „50 Jahre Lippische Gesellschaft für Kunst - 50 Jahre Plakatkunst Klaus Staeck“

    Liebe Freunde der Kultur und der Demokratie,

    die Neue Rechte hat die Kultur als Kampffeld entdeckt. Die Akteure verbindet die Aversion gegen ein weltoffenes, liberales Kulturleben. Mit zwei Veranstaltungen widmet sich die Lippische Gesellschaft für Kunst in ihrem Jubiläumsjahr dem Thema Kulturfreiheit in der Demokratie und will damit Flagge zeigen zur Verteidigung von Demokratie und Zeichen setzen gegen Querdenker und rechte Szene.

    Gemeinsam mit dem Literaturbüro OWL, der Hochschule für Musik, dem Weserrenaissance Museum Schloss Brake und dem Kreis Lippe veranstaltet sie am 24. September ab 18 Uhr im Detmolder Sommertheater einen Kulturtalk, eine Diskussionsrunde zum Thema „Kunstfreiheit – Messlatte für Demokratie?“. Hochkarätig und debattierfreudig ist die Besetzung: neben Prof. Dr. Dr. Andreas Voßkuhle (Präsident des Bundesverfassungsgerichts a.D.) und dem Plakatkünstler Klaus Staeck sind zu Gast, die Intendantin des Theater Paderborn, Katharina Kreuzhage, die Leiterin des Kunstforum Stenner, Christiane Heuwinkel, sowie Dr. Erik Bettermann (Intendant Deutsche Welle a.D.). Es moderiert Ministerin a.D. Ute Schäfer. Vorab liest Helene Grass aus Julian Barnes „Lärm der Zeit“, Studierende der HfM Detmold musizieren Werke von Dmitri Schostakowitsch.

    Als zweite Veranstaltung wird am 25. September um 11.30 Uhr die Ausstellung „50 Jahre Lippische Gesellschaft für Kunst - 50 Jahre Plakatkunst Klaus Staeck“ im Weserrenaissance Museum Schloss Brake eröffnet, eine Ausstellung Plakaten des berühmtesten und bedeutendsten deutschen Plakatkünstler Künstler, der wie kein anderer dafürsteht, Demokratie, Meinungs- und Kunstfreiheit zu verteidigen: 50 Plakate aus 50 Jahren seines Schaffens werden bis zum 23. Oktober 2022 im ausgestellt.

    Zu beiden Veranstaltungen lädt die Lippische Gesellschaft für Kunst herzlich ein.


    Kulturtalk im Sommertheater Detmold: Eintritt 10 €, Schülerinnen, Schüler und Studierende 5 €,
    Kartenbestellung - online:  www.literaturbuero-owl.de, Telefonische Bestellung: 05231-3080210

    50 Jahre Lippische Gesellschaft für Kunst - 50 Jahre Plakatkunst Klaus Staeck im Weserrenaissance Museum Schloss Brake: Eintritt frei

    Filmvorführung am 28. September um 15 Uhr im Weserrenaissance Museum Schloss Brake: „Die Kunst findet nicht im Saale statt! Der Plakatkünstler Klaus Staeck“ – Film von Andreas Ammer (SWR) - Eintritt frei

    Dr. Helmut Kauther
    für

    Lippische Gesellschaft für Kunst e.V.

    Schloss Detmold
    32756 Detmold

     

    Für Sie alle herzliche Grüße - im Namen des gesamten Vorstandes

    Bettina Hanke-Postma, Barbara Klaus

     

  • Circular 9/2022 Translation not planned

    Sorry!

    For you all warm greetings - on behalf of the entire board

    Kristina Panchyrz
    (Management)

  • Rundbrief 8/2022

    Detmold, den 18.08.2022

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, liebe Freunde,

    wir möchten uns zunächst dafür bedanken, dass so viele von Ihnen unserem Aufruf zur Mahnwache an der Hofsynagoge gefolgt sind! Besonderer Dank gilt auch den Omas-gegen-Rechts, die stark vertreten waren und bei der Vorbereitung sehr kooperativ und hilfsbereit waren. Aber auch allen anderen, die der Hitze trotzten und ruhig und friedlich ein Zeichen gesetzt haben, sei gedankt.

    Demnächst wird es einen Runden Tisch zur gemeinsamen Planung des weiteren Vorgehens geben. Sollten Sie Interesse an der Teilnahme haben, schreiben Sie uns eine Mail oder rufen Sie uns an.

    Wir möchten auf Veranstaltungen der Gesellschaft hinweisen, die in nächster Zeit im Haus Münsterberg oder in Detmold stattfinden werden:

    Sonntag, 28. August 2022 um 11:00 Uhr

    Stadtrundgang in Detmold: Auf jüdischen Spuren

    Gudrun Mitschke-Buchholz

    Dezember 1941, März 1942 und Juli 1942. Diese Daten markieren fundamentale Verluste und ebenso fundamentale Verbrechen. Im Dezember 1941 wurden Detmolder Jüdinnen und Juden nach Riga deportiert, im März des darauf folgenden Jahres wurden weitere Menschen auf den Transport nach Warschau, „in den Osten“ gezwungen und im Juli 1942 mussten vor allem Ältere ihr brüchig gewordenes Zuhause in Richtung Theresienstadt verlassen.
    Innerhalb etwa eines halben Jahres waren die jüdischen Menschen aus Detmold, wie es später heißen sollte, „verschwunden“. Sie waren „weg“.
    Anlässlich des 80. Jahrestages dieser Deportationen findet am Sonntag, dem 28. August 2022 um 11 Uhr ein Stadtrundgang in Kooperation mit dem Stadtarchiv Detmold mit Gudrun Mitschke-Buchholz statt. Bitte beachten Sie: Treffpunkt für diese Führung ist in der Hermannstraße 29! Im Mittelpunkt stehen vor allem die Menschen, die die Deportationen traf, aber auch Institutionen, die für die Durchführung der Verschleppung in den Tod verantwortlich waren.

    Der Rundgang dauert etwa 1 ½ - 2 Stunden, die Kosten betragen 5 € pro Person, erm. 2 € pro Person

    Treffpunkt: Hermannstraße 29, Detmold


    Dienstag, 30. August 2022 um 19:30 Uhr

    Foto: Droemer Knaur Verlag

    Schonzeit vorbei - Leben mit dem alltäglichen Antisemitismus

    Vortrag/Lesung mit anschließender Diskussion

    Juna Grossmann

    Juna Grossmann lebt und arbeitet in Berlin. Sie wird über ihre aufrüttelnden Erfahrungen mit antisemitischen Einstellungen und Begegnungen berichten. Themen sind: jüdisches Berlin, social media in Museen, Besucherservice in Museen, Juden und Jüdinnen in Deutschland, Judentum für "Anfänger".
    Frau Grossmann hat Sonderpädagogik studiert und ist seit vielen Jahren für Gedenkstätten und Museen tätig. So erstellte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Ausstellung "Kriegsgefangene Rotarmistinnen im KZ. Sowjetische Militärmedizinerinnen in Ravensbrück".
    Seit 2009 leitet sie das Ausstellungsbüro eines Berliner Museums. Nebenher ist sie Beraterin für Social Media Auftritte für Gedenkstätten und Kultureinrichtungen. Seit 2008 betreibt Juna Grossmann den Blog 
    irgendwiejuedisch.com und engagiert sich ehrenamtlich bei rentajew.org.

    Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.

    Eintritt frei.
    Da der Gartensaal des Hauses Münsterberg nur begrenzt Platz bietet, melden Sie Ihre Teilnahme bitte an: Mail: Gfcjz-Lippe@t-online.de; Tel. (AB): 05231 87 88 562

    Haus Münsterberg, Detmold, Hornsche Straße 38


    Freitag, 02. September 2022 um 16:00 Uhr

    Cover © Hanser Literaturverlage

    Lesekreis

    Es soll gesprochen werden über: „Dschinns“ von Fatma Aydemir

    Der Buch ist noch nicht als TB erhältlich und kostet neu 24,-- €.

    Neue Mitglieder sind im Lesekreis immer willkommen, sie sollten sich jedoch per Mail an die Gesellschaft (gfcjz-lippe@t-online.der) anmelden.

    Der Lesekreis wird organisiert von Ulrike Blanke-Wiesekopsieker

    Das Treffen wird wieder bei Frau Wagner stattfinden.


    Sonntag, 18. September 2022 um 11:00 Uhr

    Jüdischen Friedhof in Detmold (Foto Volker Buchholz)

    Führung über den jüdischen Friedhof in Detmold

    Volker Buchholz

    Bitte beachten Sie: Männer benötigen eine Kippa oder eine andere Kopfbedeckung!

    Die Kosten betragen 5 € pro Person, ermäßigt 2 € pro Person

    Treffpunkt ist am Eingang des Friedhofes an der Spitzenkamptwete, auf Höhe der Nummer 35.


    Montag, 19. September 2022 um 16:00 bis 18:00 Uhr

    Buchtitel, Foto: © Oliver Arnhold

    Workshop zum Thema "Erforschung und Beseitigung. Das kirchliche 'Enjudungsinstitut' 1939-1945"

    Zur Vorbereitung auf die Studienreise nach Eisenach, aber auch offen für alle Interessierte, laden wir zum Workshop im Gartensaal des Hauses Münsterberg ein.

    Am 6. Mai 1939 wurde mit einem Festakt auf der Wartburg in Eisenach das "Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben" auf der Grundlage einer Entschließung von elf evangelischen Landeskirchen gegründet. Das Institut war eng mit der Ideologie und Organisation der aus Thüringen stammenden "Kirchenbewegung Deutsche Christen" verbunden. Ziel dieser kirchenpolitischen Bewegung war es, den christlichen Glauben und die Institution der Kirche den Vorgaben der nationalsozialistischen Weltanschauung anzupassen. Die "Forschungsarbeiten" des kirchlichen "Entjudungsinstituts" dienten dazu, die Ausgrenzungs- und Verfolgungspolitik der nationalsozialistischen Rasseideologie zu legitimieren, die evangelische Kirche von allen vorgeblich jüdischen Einflüssen zu reinigen.

    Unser evangelischer Vorsitzende Dr. Oliver Arnhold wird als Experte diesen Workshop leiten. 2020 erschien sein Buch "'Entjudung' von Theologie und Kirche. Das Eisenacher 'Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben' 1939-1945".

    Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.

    Eintritt frei.
    Da der Gartensaal des Hauses Münsterberg nur begrenzt Platz bietet, melden Sie Ihre Teilnahme bitte an: Mail: Gfcjz-Lippe@t-online.de; Tel. (AB): 05231 87 88 562

    Gartensaal des Hauses Münsterberg, Hornsche Straße 38, 32756 Detmold


    Montag, 10. Oktober 2022 um 19:00 Uhr

    Gerhard Haase-Hindenberg; © G. Haase-Hindenberg

    "Ich bin noch nie einem Juden begegnet ..."

    Lebensgeschichten aus Deutschland

    Gerhard Haase-Hindenberg

     "Ich bin noch nie einem Juden begegnet": Diesen Satz haben die meisten Jüdinnen und Juden schon einmal gehört. 

    Aus Anlass des Jubiläums "1700 Jahre Juden in Deutschland" erzählt der Schauspieler und Spiegel-Bestsellerautor Gerhard Haase-Hindenberg von der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland. 

    Von Dagmar, die sich hinter dem Rücken des jüdischen Vaters ausgerechnet für den Polizeidienst bewirbt; von Marina, die aus der ehemaligen UdSSR nach Deutschland gekommen ist und erst hier mit der religiösen Vergangenheit ihrer Familie konfrontiert wird; und von David, dem aus New York stammenden Jazzmusiker, der in Berlin die "jüdischste Stadt" Deutschlands entdeckt. Da ist der jüdische Bundeswehrarzt, der bewusst auch im Dienst die Kippa trägt und der wissenschaftliche Mitarbeiter am Karlsruher Kernforschungszentrum, der seinen jüdischen Glauben auch aus der Mathematik herleitet und es werden die Geschichten von Menschen erzählt, die aus freien Stücken zum Judentum konvertierten. 

    All diese Geschichten vom Alltag in Deutschland lebender Juden und Jüdinnen, ihren Geschichten und Erfahrungen, ihren Hoffnungen und die Bedrohungen durch den steigenden Antisemitismus verwebt der Autor mit Erklärungen zu Symbolen, Glaubenspraxis und Geschichte.

    Gerhard Haase-Hindenberg ist ausgebildeter Schauspieler, war u.a. als Unterweltstype Stullen-Paul in Dieter Wedels Sechsteiler "König von St. Pauli" zu sehen und stand als Reichsfeldmarschall Göring neben Tom Cruise im Hollywood-Film "Operation Walküre" vor der Kamera. Daneben arbeitete er viele Jahre als Autor für Fernseh- und Hörfunkformate und als Publizist (u.a. für die Welt / Welt am Sonntag, Die ZEIT und Tageszeitungen). Seit einigen Jahren schreibt er außerdem für die Jüdische Allgemeine. Haase-Hindenberg hat mehr als zehn erzählende Sachbücher verfasst, darunter "Der Mann, der die Mauer öffnete", die literarische Vorlage zum preisgekrönten TV-Film "Bornholmer Straße".

    Eintritt frei.
    Da der Gartensaal des Hauses Münsterberg nur begrenzt Platz bietet, melden Sie Ihre Teilnahme bitte an: Mail: Gfcjz-Lippe@t-online.de; Tel. (AB): 05231 87 88 562

    Haus Münsterberg, Detmold, Hornsche Straße 38


    Der Landesverband Lippe bietet eine Reihe sehens- und hörenswerter Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläumsjahres 1700 Jahre jüdisches Leben an:


    Samstag, 13. August 2022  -  Sonntag, 13. November 2022

    Staunen Lernen Trauern

    Eine Veranstaltungsreihe im Rahmen des Jubiläumsjahres 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

     "Staunen Lernen Trauern" bietet ein kleines, aber feines Programm aus fünf Veranstaltungen mit jüdischer Musik jüdischer Komponisten und literarischen, essayistischen bzw. liturgischen Texten.

    Flyer mit Infos zu allen fünf Veranstaltungen finden Sie HIER.

    Begegnung und Austausch sind die einzigen Möglichkeiten, der Vergangenheit zum Trotz voneinander zu lernen. Das gilt umso mehr in Zeiten, in denen der Antisemitismus auf dem Vormarsch ist.

    Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Landesverbandes Lippe.

    Landesverband Lippe

     

    Außerdem weisen wir auf eine Veranstaltung und die Möglichkeit zur Ausleihe einer sehr interessanten Ausstellung des Kuratoriums Erinnern Forschen Gedenken e.V. hin:


    Dienstag, 06. September 2022 um 17:00 Uhr

    Mahn- und Gedenkveranstaltung für die Opfer von Krankenmord und Euthanasie in der NS-Zeit

    Das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V. lädt zur Mahn- und Gedenkveranstaltung für die Opfer von Krankenmord und Euthanasie in der NS-Zeit ein.

    Nach einer Begrüßung durch Dr. med. Wolf Müller (Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V.) wird Jürgen Müller (Landrat des Kreises Herford) auch im Namen der Stadt Herford die Gedenkworte sprechen. Im Anschluss erfolgen Kurzvorträge von Helga Kohne und Dr. med. Wolf Müller zum Thema "Lebende Blutkonserven - Massenmord an Kindern".

    Weitere Informationen erhalten Sie hier: Gedenkveranstaltung Euthanasie und Krankenmord Herford

    Ort: Am Mahnmal für die Opfer des Faschismus am Daniel-Pöppelmann-Haus, Deichtorwall, Herford


     

    Ausleihe der Ausstellung "Eva, Simon und die Anderen". Jüdische Geschichte und Kultur im Raum Herford ab sofort möglich

    Die Ausstellung im Rahmen des Jubiläumsjahres 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland 2021 ist jetzt nach Abschluss der Ausstellung in der Gedenkstätte Zellentrakt für Schulen und andere Institutionen ausleihbar.

    Das Design der Ausstellung nimmt sich das "Denkmal für die ermordeten Juden Europas, kurz Holocaust-Mahnmal" in Berlin zum Vorbild. Graue Stelen versinnbildlichen den Verlust für Deutschland und den Raum Herford durch den Holocaust. In der Ausstellung stehen aber nicht die Verfolgungs- und Vernichtungszeiten, sondern gerade die fragile "Normalität" und der Alltag der Juden im Raum Herford im Mittelpunkt. Kulturelle und wirtschaftliche Höhen und Verluste werden dargestellt und der Beitrag der Juden zur Entwicklung der Gesellschaft und Wirtschaft gezeigt. Der Wiederbeginn nach 1945 und die aktuelle Situation der jüdischen Gemeinschaft im Raum Herford stehen am Ende der Ausstellung. Aktuelle Entwicklungen des Antisemitismus in Deutschland und dem Raum Herford bilden einen eigenen Part.

    Weitere Informationen zur Ausstellung und Ausleihe erhalten Sie hier: Flyer

    Gedenkstätte Zellentrakt, Rathausplatz 1, 32052 Herford

    Für Sie alle herzliche Grüße - im Namen des gesamten Vorstandes

    Kristina Panchyrz
    (Geschäftsführung)

     

  • Circular 8/2022

    Detmold, 18.08.2022

    Dear Ladies and Gentlemen, dear members, dear friends,

    Dear ladies and gentlemen, dear members, dear friends,

    we would like to start by thanking you that so many of you responded to our call for the vigil at the Hofsynagoge! Special thanks also to the Grandmas-against-Right, who were strongly represented and were very cooperative and helpful in the preparation. But also thanks to all the others who braved the heat and calmly and peacefully made a statement.

    There will soon be a round table for joint planning of further action. If you are interested in participating, please email or call us.

    We would like to point out events of the Society that will take place in the near future at Haus Münsterberg or in Detmold:

    Sunday, August 28, 2022, 11:00

    City walk in Detmold: On Jewish traces

    Guide: Gudrun Mitschke-Buchholz

    December 1941, March 1942, and July 1942. These dates mark fundamental losses and equally fundamental crimes. In December 1941, Detmold Jews were deported to Riga; in March of the following year, more people were forced onto the transport to Warsaw, "to the East"; and in July 1942, mainly the elderly were forced to leave their crumbling homes for Theresienstadt.
    Within about half a year, the Jewish people of Detmold had, as it would later be called, "disappeared." They were "gone."
    On the occasion of the 80th anniversary of these deportations, a city tour in cooperation with the Detmold City Archives with Gudrun Mitschke-Buchholz will take place on Sunday, August 28, 2022 at 11 am. Please note: Meeting point for this tour is at Hermannstraße 29! The focus is mainly on the people who were affected by the deportations, but also on institutions that were responsible for carrying out the deportation to death.

    The tour lasts about 1 ½ - 2 hours, the cost is 5 € per person, reduced 2 € per person

    Meeting point: Hermannstraße 29, Detmold

    Tuesday, August 30, 2022, 19:30

    Foto: Droemer Knaur Verlag

    Close Season Over - Living with Everyday Anti-Semitism

    Lecture with subsequent discussion

    Juna Grossmann

    Juna Grossmann lives and works in Berlin. She will talk about her stirring experiences with anti-Semitic attitudes and encounters. Topics are: Jewish Berlin, social media in museums, visitor services in museums, Jews and Jewish women in Germany, Judaism for "beginners".

    Ms. Grossmann studied special education and has been working for memorial sites and museums for many years. As a research assistant, for example, she created the exhibition "Red Army Women Prisoners of War in the Concentration Camp. Soviet Military Physicians in Ravensbrück".

    Since 2009, she has managed the exhibition office of a Berlin museum. In addition, she is a consultant for social media appearances for memorials and cultural institutions. Since 2008, Juna Grossmann has been running the blog irgendwiejuedisch.com and volunteering at rentajew.org.

    Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.

    Admission free.
    As there is limited space in the Garden Room at Münsterberg House, please register your attendance: Mail: Gfcjz-Lippe@t-online.de; Tel. (AB): 05231 87 88 562

    Haus Münsterberg, Detmold, Hornsche Straße 38

    Friday, September 02, 2022, 16:00

    Cover © Hanser Literaturverlage

    Reading Circle

    To be spoken about, "Pretending it's raining" by Iris Wolff

    The book is not yet available as TB and costs 24,-- € new.

    New members are always welcome in the reading circle, but they should register by mail to the society (gfcjz-lippe@t-online.der).

    The reading circle is organized by Ulrike Blanke-Wiesekopsieker

    The meeting will again be held at Mrs. Wagner's home.

    Sunday, September 18, 2022, 11:00

    Jüdischen Friedhof in Detmold (Foto Volker Buchholz)

    Guided Tour of the Jewish Cemetery in Detmold

    Guide: Volker Buchholz

    Please note: Men will need a kippah or other head covering!

    Regular fee € 5, reduced fee 2 €

    The group will meet at the entrance of the cemetery at Spitzenkamptwete, opposite No. 35.

    Monday, September 19, 2022, 16:00 bis 18:00

    Buchtitel, Foto: © Oliver Arnhold

    Workshop on "Exploration and Elimination. The Church 'Enjudungsinstitut' 1939-1945"

    In preparation for the study trip to Eisenach, but also open to all interested, we invite you to the workshop in the garden hall of Haus Münsterberg.

    On May 6, 1939, with a ceremony at the Wartburg in Eisenach, the "Institute for Research and Elimination of Jewish Influence on German Church Life" was founded on the basis of a resolution of eleven Protestant regional churches. The institute was closely linked to the ideology and organization of the "Church Movement of German Christians," which originated in Thuringia. The goal of this church-political movement was to adapt the Christian faith and the institution of the church to the dictates of the National Socialist worldview. The "research work" of the church "Entjudungsinstitut" served to legitimize the exclusion and persecution policy of the National Socialist race ideology, to purge the Protestant church of all alleged Jewish influences.

    Our Protestant chairman Dr. Oliver Arnhold will lead this workshop as an expert. His book "'Entjudung' von Theologie und Kirche. The Eisenach 'Institute for Research and Elimination of Jewish Influence on German Church Life' 1939-1945" was published in 2020.

    Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.

    Admission free.
    As there is limited space in the Garden Hall of Münsterberg House, please register your attendance: Mail: Gfcjz-Lippe@t-online.de; Tel. (AB): 05231 87 88 562

    Gartensaal des Hauses Münsterberg, Hornsche Straße 38, 32756 Detmold

    Monday, October 10, 2022, 19:00

    Gerhard Haase-Hindenberg; © G. Haase-Hindenberg

    "I have never met a Jew ..."

    Life stories from Germany

    Gerhard Haase-Hindenberg

    "I have never met a Jew": This is a phrase most Jews have heard before. 

    On the occasion of the anniversary "1700 Years of Jews in Germany", actor and Spiegel bestselling author Gerhard Haase-Hindenberg talks about the diversity of Jewish life in Germany. 

    About Dagmar, who, behind the back of her Jewish father, of all things applies for the police service; about Marina, who came to Germany from the former USSR and only here is confronted with the religious past of her family; and about David, the jazz musician from New York, who discovers in Berlin the "most Jewish city" in Germany. There is the Jewish Bundeswehr doctor who consciously wears the kippa even when on duty, and the scientific employee at the Karlsruhe Nuclear Research Center who also derives his Jewish faith from mathematics, and the stories are told of people who converted to Judaism of their own free will. 

    All these stories of everyday life of Jews living in Germany, their stories and experiences, their hopes and the threats of rising anti-Semitism are interwoven by the author with explanations of symbols, faith practice and history.

    Gerhard Haase-Hindenberg is a trained actor who appeared, among other things, as the underworld type Stullen-Paul in Dieter Wedel's six-parter "König von St. Pauli" and stood in front of the camera as Reichsfeldmarschall Göring alongside Tom Cruise in the Hollywood film "Operation Valkyrie." In addition, he worked for many years as a writer for television and radio formats and as a publicist (including for Die Welt / Welt am Sonntag, Die ZEIT and daily newspapers). He has also been writing for the Jüdische Allgemeine for several years. Haase-Hindenberg has written more than ten narrative nonfiction books, including "Der Mann, der die Mauer öffnete," the literary model for the award-winning TV film "Bornholmer Straße".

    Admission free.
    As there is limited space in the Garden Hall of Münsterberg House, please register your attendance: Mail: Gfcjz-Lippe@t-online.de; Tel. (AB): 05231 87 88 562

    Haus Münsterberg, Detmold, Hornsche Straße 38

    The Landesverband Lippe offers a series of events worth seeing and hearing as part of the anniversary year 1700 years of Jewish life:

    Saturday, August 13, 2022  -  Sunday, November 13, 2022

    Amazement Learning Mourning

    A series of events as part of the Jubilee Year 1700 Years of Jewish Life in Germany

    "Staunen Lernen Trauern" offers a small but fine program of five events with Jewish music by Jewish composers and literary, essayistic or liturgical texts.

    Flyer with info on all five events can be found HERE.

    Encounter and exchange are the only ways to learn from each other in spite of the past. This is even more true in times when anti-Semitism is on the rise.

    For more information, visit the homepage of the Lippe Regional Association.

    Landesverband Lippe


    In addition, we draw your attention to an event and the possibility to borrow a very interesting exhibition of the Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e. V.:

    Tuesday, September 06, 2022, 17:00

    Remembrance and commemoration ceremony for the victims of infanticide and euthanasia in the Nazi era

    The Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V. invites you to the memorial event for the victims of infanticide and euthanasia in the Nazi era.

    After a welcome by Dr. med. Wolf Müller (Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V.), Jürgen Müller (District Administrator of the Herford district) will also speak the words of remembrance on behalf of the city of Herford. This will be followed by short lectures by Helga Kohne and Dr. med. Wolf Müller on the subject of "Living blood - mass murder of children".

    Further information is available here: Memorial Event Euthanasia and Murder of the Sick Herford

    Location: At the memorial for the victims of fascism at the Daniel-Pöppelmann-Haus, Deichtorwall, Herford

     

    Lending of the exhibition "Eva, Simon and the Others". Jewish History and Culture in the Herford Area now available

    The exhibition as part of the Jubilee Year 1700 Years of Jewish Life in Germany 2021 is now available for loan to schools and other institutions after the conclusion of the exhibition at the Zellentrakt Memorial.

    The design of the exhibition takes the "Memorial to the Murdered Jews of Europe, Holocaust Memorial for short" in Berlin as its model. Gray steles symbolize the loss for Germany and the Herford area through the Holocaust. In the exhibition, however, the focus is not on the times of persecution and extermination, but rather on the fragile "normality" and everyday life of the Jews in the Herford area. Cultural and economic heights and losses are presented and the contribution of the Jews to the development of society and economy is shown. The resurgence after 1945 and the current situation of the Jewish community in the Herford area are at the end of the exhibition. Current developments of anti-Semitism in Germany and the Herford area form a separate part.

    Further information about the exhibition and lending is available here: Flyer

    Gedenkstätte Zellentrakt, Rathausplatz 1, 32052 Herford

     

    For you all warm greetings - on behalf of the entire board

    Kristina Panchyrz
    (Management)

  • Rundbrief 7/2022

    Detmold, den 25.07.2022

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, liebe Freunde,

    der Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V. hat eine Stellungnahme zum Streit um die Hofsynagoge in der Bruchmauerstraße 37 in Detmold verfasst. 

     

    Stellungnahme des Vorstandes der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V. zum Streit um die Hofsynagoge in der Bruchmauerstraße 37 in Detmold

    Schon seit einiger Zeit verfolgen wir mit großer Besorgnis und Ärger den Streit um die Hofsynagoge in der Bruchmauerstraße 37 in Detmold.

    Es ist erstaunlich und ein Glücksfall, dass dieses einzigartige, historisch äußerst wertvolle Zeugnis jüdischer Geschichte unserer Stadt Detmold bis heute stand gehalten hat. Die Errichtung des Kerngerüstes wurde auf das Jahr 1633 datiert. Und nicht nur für unsere Stadtgeschichte ist die Synagoge von hoher Bedeutung: Sie gilt als frühester Beleg für den Typ einer freistehenden Synagoge in Nordwestdeutschland. Es handelt sich um ein einzigartiges Zeugnis jüdischer Geschichte. In ganz Norddeutschland sind lediglich zwei frühneuzeitliche Hofsynagogen erhalten. Der heutige Besitzer möchte das Gebäude abreißen lassen und einen Parkplatz auf dem Grundstück errichten. Ein Bemühen um den Erhalt des jüdischen Bethauses ist nicht ersichtlich. Im Gegenteil: Fotografien der letzten Jahre zeigen, dass die Synagoge immer mehr zerfällt und es scheint nur eine Frage der Zeit, dass dieses so bedeutende Gebäude bald nicht mehr existieren wird. Ein solcher Verlust ist unbeschreiblich.

    In Stadtrundgängen und in der neuesten Auflage ihres Buches "Auf jüdischen Spuren. Ein Stadtrundgang durch Detmold" weist Gudrun Mitschke-Buchholz auf den historischen Wert und den Hintergrund der frühneuzeitlichen Synagoge hin. Darauf basierend entstand ein Stadtrundgang in digitaler Form sowie eine Ausstellung gegenüber der Hofsynagoge an der Bruchmauer, erstellt von der Israel-AG des Grabbe-Gymnasiums unter Leitung von Dr. Oliver Arnhold und Elisabeth Hecker.
    Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, Prof. Matitjahu Kellig, engagiert sich im hohen Maße für den Erhalt der Synagoge: Er berichtet in diversen Beiträgen in den Medien über den hohen Stellenwert und den Skandal des Zerfalls der Synagoge. Seine Forderung: Die Hofsynagoge soll restauriert werden und es soll z.B. ein Museum zur jüdischen Geschichte in Detmold entstehen - ein Ort der Begegnung und des Dialoges.
    Die hohe Bedeutung dieses Zeugnisses frühneuzeitlicher jüdischer Spuren in Detmold wurde zudem in den letzten Wochen in unterschiedlichen Medien deutschlandweit verbreitet.

    Neben der Hofsynagoge gibt es in unmittelbarer Umgebung zwei weitere erwähnenswerte Zeugnisse frühneuzeitlicher jüdischer Geschichte in Detmold: (1) Eine Mikwe, ein jüdisches Tauchbad zur rituellen Reinigung, die sich unter der Straße ungefähr auf der Freiligrathstraße 2 befindet. Lediglich eine kleine Hinweistafel weist auf deren Existenz unter der Erde hin. (2) Das Geburtshaus von Leopold Zunz, das in der Krummen Straße stand und 1909 abgerissen wurde. Eine Gedenktafel erinnert an ihn, der ein wichtiger Reformer des Judentums war. Dies einbezogen, lässt sich ein kleines frühneuzeitliches jüdisches Viertel in Detmold um die Bruchmauerstraße vermuten. Ein wichtiges Kapitel und damit Teil der Detmolder Stadtgeschichte.

    Leider mussten wir in Gesprächen mit Bürger*innen Detmolds häufig feststellen, dass dieser Teil der Geschichte unserer Stadt weitgehend nicht oder lediglich lückenhaft bekannt ist. Die frühneuzeitliche jüdische Geschichte Detmolds ist nicht im kollektiven Gedächtnis in Detmold verankert. Dies möchten wir ändern.

    Wir fordern daher die Sichtbarmachung jüdischer Spuren in Detmold, den Erhalt dieser Spuren, diese einzubringen in die Gedenkkultur der Stadt und damit ins kollektive Gedächtnis. Eine Mikwe, die unter der Erde vergraben ist, ein berühmter jüdischer Reformer, der in Detmold weitestgehend unbekannt ist und eine frühneuzeitliche Hofsynagoge, die ihrem Zerfall überlassen wird, sind ein Skandal und lassen ein nicht berechtigtes Licht auf die Detmolder Gedenk- und Erinnerungskultur werfen. Es erscheint, dass die frühneuzeitliche jüdische Geschichte der Stadt verborgen wird. Wir, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, wissen, dass dem nicht so ist. Durch unsere stets gute Zusammenarbeit u.a. mit der Stadt und den Archiven wissen wir, dass die Aufarbeitung und das Gedenken und Erinnern jüdischer Spuren in Detmold eine uns gemeinsame Herzensangelegenheit ist.

    Gemeinsam sollten wir - und damit meinen wir nicht nur die Institutionen, Vereine und Organisationen, sondern jede/n einzelne/n Bürger*in Detmolds - uns für den Erhalt, die Sichtbarmachung und die Verbreitung an die Öffentlichkeit dieser jüdischen Spuren in Detmold einsetzen. Wir sollten diese Spuren jüdischen Lebens als das wertschätzen, was sie sind: ein ganz besonderes Kulturgut und ein wertvoller Teil unserer Stadtgeschichte. Wir sollten uns bewusst sein, dass es ein Glücksfall ist, dass die Hofsynagoge und die Mikwe all die Jahre erhalten geblieben sind und uns dafür einsetzen, dass der Erhalt auch in den nächsten 100 Jahren gegeben sein wird. Wir als Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit befürworten jegliche rechtlich-legitimen Bemühungen, die Synagoge zu erhalten.

    Außerdem fordern wir Herrn Schnelle dazu auf, die Hofsynagoge an die Stadt zu verkaufen, so dass eine angemessene Restaurierung und Nutzung in dem von Herrn Prof. Kellig beschriebenen Sinne möglich sein wird.

    Wenn Sie unsere Gedanken teilen, möchten wir Sie dazu aufrufen, dies mit Ihrer Unterschrift zu verdeutlichen. Eine Liste liegt im Büro der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Haus Münsterberg. Das Büro ist immer montags und donnerstags von 14-16 Uhr besetzt. Sollte es Ihnen in diesem Zeitraum nicht möglich sein, ins Haus Münsterberg zu kommen, rufen Sie uns an (05231-29758) oder schreiben SIe uns eine Mail (GfCJZ-Lippe@t-online.de).
    Außerdem planen wir derzeit eine Mahnwache vor der Hofsynagoge. Sobald die Vorbereitungen abgeschlossen sind, werden wir Sie über Treffpunkt und Zeit der Demonstration informieren.

    Wir alle hoffen, dass der Streit um die Synagoge in naher Zukunft ein Ende haben wird und wir eine Lösung finden werden. Setzen wir uns gemeinsam für den Erhalt der Hofsynagoge und Spuren jüdischen Lebens in der Detmolder Stadtgeschichte ein!

    Für Sie alle herzliche Grüße - im Namen des gesamten Vorstandes

    Kristina Panchyrz

     

  • Circular 7/2022

    Detmold, 25.07.2022

    Dear ladies and gentlemen, dear members, dear friends,

    the board of the Society for Christian-Jewish Cooperation in Lippe e.V. has written a statement on the dispute about the courtyard synagogue in Bruchmauerstraße 37 in Detmold. 

     

    Statement of the Board of the Society for Christian-Jewish Cooperation in Lippe e.V. on the dispute about the courtyard synagogue at Bruchmauerstraße 37 in Detmold

    For some time now, we have been following the dispute about the courtyard synagogue at Bruchmauerstraße 37 in Detmold with great concern and anger.

    It is amazing and a stroke of luck that this unique, historically extremely valuable testimony to Jewish history of our city of Detmold has held up until today. The erection of the core structure has been dated to the year 1633. And the synagogue is not only of great importance for our city's history: it is considered the earliest evidence of the type of freestanding synagogue in northwestern Germany. It is a unique testimony to Jewish history. Only two early modern courtyard synagogues survive in all of northern Germany. The current owner wants to demolish the building and build a parking lot on the property. An effort to preserve the Jewish prayer house is not evident. On the contrary, photographs taken in recent years show that the synagogue is falling more and more into disrepair and it seems only a matter of time that this so important building will soon cease to exist. Such a loss is indescribable.

    In city walks and in the latest edition of her book "Auf jüdischen Spuren. Ein Stadtrundgang durch Detmold" Gudrun Mitschke-Buchholz points out the historical value and background of the early modern synagogue. Based on this, a city tour in digital form and an exhibition opposite the courtyard synagogue at the Bruchmauer were created by the Israel-AG of the Grabbe-Gymnasium under the direction of Dr. Oliver Arnhold and Elisabeth Hecker.
    The chairman of the Jewish community of Herford-Detmold, Prof. Matitjahu Kellig, is highly committed to the preservation of the synagogue: He reports in various articles in the media about the high importance and the scandal of the decay of the synagogue. His demand: The courtyard synagogue should be restored and there should be e.g. a museum to the Jewish history in Detmold - a place of meeting and dialogue.
    The high significance of this testimony of early modern Jewish traces in Detmold has been spread besides in the last weeks in different media all over Germany.

    In addition to the courtyard synagogue, there are two other notable testimonies of early modern Jewish history in Detmold in the immediate vicinity: (1) A mikvah, a Jewish immersion bath for ritual purification, located under the street approximately on Freiligrathstraße 2. Only a small plaque indicates its existence underground. (2) The house where Leopold Zunz was born, which stood in Krummen Street and was demolished in 1909. A plaque commemorates him, who was an important reformer of Judaism. Including this, a small early modern Jewish quarter in Detmold can be assumed around Bruchmauerstraße. An important chapter and thus part of Detmold's city history.

    Unfortunately, in conversations with citizens of Detmold, we often had to realize that this part of the history of our city is largely unknown or only incompletely known. The early modern Jewish history of Detmold is not anchored in the collective memory in Detmold. We would like to change this.

    We therefore demand the visualization of Jewish traces in Detmold, the preservation of these traces, to bring them into the commemorative culture of the city and thus into the collective memory. A mikvah buried under the ground, a famous Jewish reformer who is largely unknown in Detmold and an early modern courtyard synagogue left to its decay are a scandal and cast an unjustified light on Detmold's culture of commemoration and remembrance. It appears that the city's early modern Jewish history is being hidden. We, the Society for Christian-Jewish Cooperation, know that this is not so. Through our always good cooperation with, among others, the city and the archives, we know that the reappraisal and the commemoration and remembering of Jewish traces in Detmold is a matter of the heart common to us.

    Together we - and by this we mean not only the institutions, associations and organizations, but every single citizen of Detmold - should work for the preservation, the visualization and the dissemination to the public of these Jewish traces in Detmold. We should value these traces of Jewish life for what they are: a very special cultural asset and a valuable part of our city's history. We should be aware that it is a stroke of luck that the courtyard synagogue and the mikvah have been preserved all these years and we should work to ensure that they will be preserved in the next 100 years as well. We as the Society for Christian-Jewish Cooperation support any legal-legitimate efforts to preserve the synagogue.

    Furthermore, we call on Mr. Schnelle to sell the courtyard synagoge to the city so that an appropriate restoration and use in the sense described by Prof. Kellig will be possible.

    If you share our thoughts, we would like to call on you to make this clear with your signature. A list is available in the office of the Society for Christian-Jewish Cooperation in Haus Münsterberg. The office is always open on Mondays and Thursdays from 2 to 4 pm. If it is not possible for you to come to Haus Münsterberg during this time, please call us (05231-29758) or write us an email (GfCJZ-Lippe@t-online.de).
    We are also currently planning a vigil in front of the courtyard synagoge. As soon as the preparations are completed, we will inform you about the meeting place and time of the demonstration.

    We all hope that the dispute about the synagogue will come to an end in the near future and that we will find a solution. Let us work together for the preservation of the courtyard synagogue and traces of Jewish life in the history of Detmold!

    For you all warm greetings - in the name of the entire Executive Board

    Kristina Panchyrz

   
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