Sonntag, 19. September 2021 um 11:00 Uhr

Familie Herzberg (v. l.: Fritz, Moritz, Johanna, Gerda), Pessach 1938 (© Sammlung Joanne Herzberg)

Stadtrundgang in Detmold: „Auf den Spuren der jüdischen Familie Herzberg aus Detmold“

Gudrun Mitschke-Buchholz

Am Beispiel dieser Familie soll der jüdischen Geschichte von Detmold mit ihren religiösen Stätten und den ehemals jüdischen Geschäfts- und Wohnhäusern nachgegangen werden. Ebenso werden Detmolder NS-Institutionen thematisiert, die für die Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung verantwortlich waren.

Der Rundgang dauert etwa 1 ½ - 2 Stunden, die Kosten betragen 5 € pro Person, SchülerInnen und Auszubildende 2 €

Anmeldungen bitte unter: gfcjz-lippe@t-online.de Es gelten die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen!

Treffpunkt: Rathaustreppe Detmold, Marktplatz Detmold

Mittwoch, 06. Oktober 2021 um 19:00 Uhr

Herrad Schenk

Lesung mit Herrad Schenk aus Detmold-Heiligenkirchen

"Wie in einem uferlosen Strom. Das Leben meiner Eltern"

Als sie sich im Jahr 1930 zum ersten Mal begegnen, ist er ein 19jähriger Student aus ärmlichen kleinbürgerlichen Verhältnissen, jedoch mit großem Ehrgeiz, und sie eine 22jährige Abenteurerin aus deklassierter großbürgerlicher Familie, die gerne Schriftstellerin wäre. Als sie 1940 heiraten, hat er Karriere bei den Nazis im SD gemacht, und sie will nun vor allem viele Kinder, eine richtige Familie. Von 1940 bis 1944 leben sie im Osten, mitten im Zentrum der Judenverfolgung. Nach Kriegsende entzieht er sich der Internierung, nimmt Hilfsarbeiterjobs an und schlägt sich in wechselnden Quartieren durch, während sie im Haus der Mutter Unterschlupf gefunden hat und fünf Kinder versorgt. Das heißt für sie: Trennung, existentielle Not und die Schuld, zu denen zu gehören, die Deutschland und die Welt ins Verderben gestürzt haben.

Herrad Schenk erzählt die Geschichte ihrer Eltern. Sie spürt den Idealen und Hoffnungen nach, die ihre Eltern bewegten.

Herrad Schenk

wuchs als vierte von fünf Schwestern auf und verlebte ihre ersten sieben Lebensjahre in Heiligenkirchen bei Detmold. Sie studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Köln und York (England). Von 1972 bis 1980 war sie wissenschaftliche Assistentin am Institut für Sozialpsychologie der Universität Köln. 1975 promovierte sie mit einem Thema aus dem Bereich der Gerontologie. 

Seit 1980 ist sie freie Schriftstellerin für Romane und Sachbücher und Rundfunk- und Fernsehmoderatorin.

Bitte beachten Sie die drei G (getestet, geimpft oder genesen).

Haus Münsterberg, Detmold, Hornsche Straße 38

Dienstag, 19. Oktober 2021 um 19:30 Uhr

Die Sängerin Marianne Oswald

„Zugegeben, dieses Mädchen hat nicht gerade die Stimme einer Nachtigall…“

Iris Hennig

Marianne Oswald, geboren 1901 als Alice Bloch in eine wohlhabende jüdische Familie im heutigen Sarreguemines war eine vielseitige Künstlerin: sie wirkte als Sängerin, Schauspielerin, Drehbuchautorin und Produzentin. Stilbildend bereicherte sie den französischen Chanson durch ihre Interpretation und den Einfluss, den sie auf Komponisten, wie z.B. Darius Milhaud oder Jean Cocteau, hatte und wirkte gleichermaßen polarisierend auf das Publikum ihrer Zeit. In Deutschland ist ihr Leben und Wirken fast vergessen. Zu unrecht, meint Iris Hennig. Sie macht sich auf Spurensuche und stellt die Künstlerin vor.

Moderation: Barbara Klaus

28 Plätze! Anmeldung bitte per Mail an gfcjz-lippe@t-online.de oder per Telefon (05231/29758)

Haus Münsterberg, Hornsche Str. 38, 32756 Detmold

Donnerstag, 28. Oktober 2021 um 19:30 Uhr

"Antisemitismus - hört das denn nie auf?"

Vortrag mit Powerpoint-Präsentation und Gespräch

Bettina Hanke-Postma, Pfarrerin und Dr. Oliver Arnhold, evangelische Vorsitzende der GfCJZ Lippe.

Der wieder aufflammende Antisemitismus unserer Tage ist nicht neu. Das alte Muster der Herabwürdigung und Stigmatisierung einer Gruppe funktioniert immer noch. Das ist erschütternd angesichts all der Jahre der Erinnerungsarbeit und Aufklärung über Wurzeln und Folgen des Antisemitismus. Manchmal fragen wir resigniert: „Hört das denn nie auf?“ Ja, es scheint so zu sein.  Und gerade deshalb ist es wichtig, ihm wirksam entgegen zu treten. Denn der Satz, der 1945 auf der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Amsterdam gesagt wurde, bleibt wahr: „Antisemitism is sin against God and man.“

Im vergangenen Jahr hat Prof. Klaus Müller von der Badischen Kirche einen Powerpoint Vortrag zum Thema erstellt.  Er hat ihn Frau Hanke-Postma zur Verfügung gestellt, verbunden mit der Bitte ihn vorzutragen und als Gesprächsgrundlage zu nutzen.

28 Plätze! Anmeldung bitte per Mail an gfcjz-lippe@t-online.de oder per Telefon (05231/29758)

Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38, Detmold

Montag, 01. November 2021 um 16:00 Uhr

(Foto: Lippische Landeskirche, Bildungsreferat)

Gemeinsam Bibellesen in der Synagoge

Eine jüdisch-christliche Begegnung

Prof. Matitjahu Kellig und Pastorin Bettina Hanke-Postma

"Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt." Matthäus 5,13.14

 Menschen jüdischen Glaubens und christlichen Glaubens treffen sich in der Synagoge und lesen gemeinsam in der Bibel. Im Zentrum steht die sogenannte "Bergpredigt" aus dem Matthäusevangelium im Zweiten Testament: Matthäus 5-7. Dieser Text besteht aus einer Sammlung von Jesusworten, von denen einige sehr bekannt sind, wie zum Beispiel das Vaterunser.

Zur Vorbereitung lesen Prof. Matitjahu Kellig und Pastorin Bettina Hanke-Postma den Text und überlegen, was er ihnen bedeutet. Sie tauschen sich über ihre Leseerlebnisse aus und laden die Anwesenden ein, mit ihnen auf dieser Grundlage über den eigenen Glauben ins Gespräch zu kommen.
Der jüdische und der christliche Glaube haben viele gemeinsame Inhalte: der Glauben an den einen Gott, die hohe Wertschätzung der Gebote, die große Bedeutung des Gebetes. Die Worte Jesu belegen, dass er Jude war.

Und doch wurde die Existenz Jesu zum Anstoß der Entstehung des Christentums und der Trennung vom Judentum. Auf dem Hintergrund der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen wollen wir uns gegenseitig dadurch stärken, dass wir einander zuhören und verstehen lernen.

Bildungsreferat der Lippischen Landeskirche, Jüdische Gemeinde Herford-Detmold, GfCJZ in Lippe

Die Durchführungsmodalitäten liegen noch nicht fest. Wir werden Sie rechtzeitig informieren.

Synagoge der jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, Komturstraße 21, 32052 Herford

   

Neues:

10. 9. 2020: Der Rat der Stadt Detmold beschließt einstimmig den Beitritt Detmolds zum Deutschen Riga-Komitee. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe hatte dies in einem Antrag an die Stadt gefordert und begründet. Aus Detmold waren 1941/42 32 Mitbürger jüdischen Glaubens nach Riga deportiert und dort und im Umfeld ermordet worden. Das Riga-Komitee betreut die Gedenkstätte im Wald von Bikernieki für die insgesamt mehr als 25.000 Opfer.

28. 10. 2019: Für ihre herausragende Arbeit als Autorin des Gedenkbuches für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Detmold erhält Frau Mitschke-Buchholz den Felix-Fechenbach-Preis 2019 der sozialdemokratischen Felix-Fechenbach-Stiftung. Redebeiträge und Bilder der Preisverleihung finden Sie über das Stadtarchiv Detmold. Das Gedenkbuch ist online als eigenständige Internetseite der Gesellschaft einsehbar.

11. 9. 2018: Onlinestellung der Dokumentation des Jüdischen Friedhofes in Barntrup

17. 5. 2018: Onlinestellung des Buches von Karla Raveh: "Überleben" als e-Buch

4.12.2017: Veröffentlichung einer Broschüre zum Haus Münsterberg

4.12.2017: Freischaltung der Internetseite, die die Online-Version des Gedenkbuches für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Detmold präsentiert.

 

Hier finden Sie uns:

Haus Muensterberg

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e. V.

Haus Münsterberg
Hornsche Str. 38

32756 Detmold

Tel.: +49 5231 29758

eMail: GfCJZ-Lippe@t-online.de

Homepage: www.GfCJZ-Lippe.de

 

 

   
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