Veranstaltungen und Hinweise
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Mittwoch, 18. März 2026 um 11 Uhr Tag der Demokratiegeschichte 2026 Detmold ist weit mehr als die grünste Stadt der Republik, sie ist mehr als nur Sitz vieler Behörden oder die Mitte des Landes Lippe mit einem Schloss. Der Bundespräsident, der in Detmold geboren wurde, hat nun zu Initiativen zum „Tag der deutschen Demokratiegeschichte“ am 18. März 2026 aufgerufen, und die Grabbe-Gesellschaft hat sich mit einem besonderen Projekt beworben. Zwei literarische Spaziergänge (mit Dr. Peter Schütze und Hans Hermann Jansen) führen in ca. 90 Minuten zu den wichtigsten Orten der Stadt innerhalb der Detmolder Demokratiegeschichte. Alle sind eingeladen mitzukommen. Treffpunkt ist um 11:00 Uhr und um 15:00 Uhr die Rathaus-Treppe am Marktplatz. Eine zusätzliche Plakataktion an der Ameide trägt das bekannte Zitat des Detmolder Journalisten und Schriftstellers aus der 1848-Revolutionszeit Ferdinand Freiligrath: »Wir sind das Volk!«. Es wurde von Helena Haverkamp gestaltet, die zusammen mit dem KMH-Kreativkollektiv an der Umsetzung verschiedener Formate für das Projekt beteiligt ist. Die Grabbe-Gesellschaft ist gern ein lebendiger Partner in der Bereitstellung von nützlichen Informationen und Hintergründen zur Deutschen Demokratiegeschichte und möchte die Initiative zum 18. März mit dem Projekt »Starke Worte. Starke Orte: Demokratie durch Kultur« im Rahmen des Bundesprogramms ‚Aller.Land‘ vernetzen. Dort werden bundesweit exemplarisch bis 2030 beteiligungsorientierte Kulturformate entwickelt, die zu mehr Miteinander und einem neuen Miteinander in der Gesellschaft führen. |
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Samstag, 21. März 2026 um 14:00 Uhr
Zwischen Schweigen und Verantwortung Eine Familiengeschichte im Schatten des Nationalsozialismus Jacqueline Gies Jacqueline Gies erzählt keine gewöhnliche Familiengeschichte, sondern ein persönliches Zeugnis über Erinnerung, Verantwortung und den Umgang mit einer belasteten Vergangenheit. Vorbelastet durch ihren Familiennamen sucht sie nach Wahrheit und fragt, wie man mit einer Erbschaft aus Schuld lebt. Jacqueline Gies (*1967, Trier) studierte Kunstgeschichte und Germanistik und ist heute Lehrerin an einer Berliner Oberschule. Als Enkelin des SS-Standartenführers Robert Gies, Ministeramtschef von Karl Hermann Frank in Prag, setzt sie sich intensiv mit ihrer familiären NS-Vergangenheit auseinander. Seit 2017 berichtet sie öffentlich über ihre Geschichte, unter anderem in der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz, im Anne Frank Haus und im Centro Ana Frank in Buenos Aires. anno 1578 Mittelstraße 70 in Lemgo |
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Donnerstag, 19. März 2026 um 19:30 Uhr
Bücher und Scherben Kommentierte Lesung mit Frank Meier-Barthel Frank Meier-Barthel (evangelische Erwachsenenbildung und Geschäftsführer der GfCJZ Herford) Die in Minden geborene und in Bielefeld aufgewachsene Josefa Metz (1871–1937), die Detmolderin Ruth Michaelis-Jena (1905–1989) und die Paderbornerin Jenny Aloni (1917–1993) – drei unterschiedliche Lebenswege, drei unterschiedliche Lebenswerke, drei Gemeinsamkeiten: Sie stammten aus unserer Region, sie stammten aus jüdischen Familien, sie mussten sich mit der Verfolgung durch die Nationalsozialisten auseinandersetzen. An diesem Abend wird von ihren Leben erzählt und aus ihren leider viel zu unbekannten Werken vorgelesen. Weitere Hinweise im Flyer. In Kooperation mit Ev. Erwachsenenbildung, Lippischen Landesbibliothek/ Theologischen Bibliothek Detmold, jüdische Gemeinde Herford-Detmold und GfCJZ Lippe. Eintritt frei, um Anmeldung wird gebeten unter 05231 926660-12 oder per Email auskunft@llb-detmold.de Die Lesung findet statt im alten Foyer der Lippischen Landesbibliothek Hornsche Straße 41 in Detmold. |
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Samstag, 09. Mai 2026 - Sonntag, 14. Juni 2026
Konzert „Eisnacht“ mit Liedern jüdischer Komponist*innen Pia Viola Buchert, Mezzosopran - Tatjana Travenau, Klavier Die sechs Komponist*innen, deren Lieder in diesem Programm erklingen, wurden zwischen 1890 und 1924 geboren. In ihren zwischen 1917 und 1997 entstandenen Kompositionen bildet sich die stilistische Vielfalt des 20. Jahrhunderts ab, die vom expressiven, spätromantischen Stil Hans Gáls über die sphärische Polyphonie von Felix Wolfes bis zu den hoch individualisierten Liedern Ruth Schonthals reicht. Gemeinsam ist den sechs Künstler*innen, dass die Verfolgung jüdischer Menschen während der nationalsozialistischen Diktatur zu radikalen Einschnitten und Brüchen in ihrer aller Leben führte. Der jeweilige Lebensweg, der Ort des Exils und das gesellschaftliche Umfeld, in dem die kompositorische Laufbahn fortgeführt wurde, haben die Weiterentwicklung ihrer Kompositionsstile beeinflusst und geprägt. Zugleich weisen die bis zu 500 Jahre alten Texte der Lieder Ausgrenzung, Verfolgung, Vertreibung und Exil als Konstante der Menschheitsgeschichte aus. Mit diesem Programm und der CD „Eisnacht“ (Genuin, 02/2026) möchten wir zur Rezeption dieser Lieder beitragen und würdigen, dass diese Menschen die Kraft und Kreativität besessen haben, das Erlebte seelisch und künstlerisch zu bewältigen. Dadurch haben sie eigenständige Kunstwerke geschaffen, die in ihrer künstlerischen Bedeutung weit über die Verarbeitung biographischer Ereignisse hinausweisen. Text: Tatjana Dravenau Termine: 09.05.2026 18.00 Uhr: Lemgo, Gemeindehaus St. Marien 10.05.2026: 17.00 Uhr: Zionskirche Bethel 14.06.2026: 16.00 Uhr: Synagoge Herford
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Mittwoch, 27. Mai 2026 um 14 Uhr Verlegung von Stolpersteinen zum Gedenken an die Familie Rülf, Elli und Max Alexander und Hedwig Block Eine Familiengeschichte im Schatten des Nationalsozialismus Unsere Stolperstein-AG lädt Sie herzlich zur Stolpersteinverlegung zum Gedenken an die Familie Rülf, Hedwig Block und Elli und Max Alexander am 27. Mai 2026 ein. Die Verlegung beginnt um 14 Uhr in der Elisabethstraße 24. Weitere Orte der Verlegung sind die Freiligrathstraße 13 und die Lemgoerstr. 49. Da derzeit noch nicht alle Stolpersteine finanziert sind, freuen wir uns über Spenden diesbezüglich! |
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Mittwoch, 10. Juni 2026 um 19 Uhr „Müssen Juden missioniert werden? Evangelische Kirche und Judenmission“ Vortrag von Jan Christian Pinsch „Israel bleibt Gottes erwähltes Volk, obwohl es den Glauben an Jesus als seinen Messias nicht angenommen hat“: So hat es die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) im Jahr 2000 festgehalten und einer institutionell organisierten Judenmission eine klare Absage erteilt. Doch bis dahin war es ein langer Prozess. Jan Christian Pinsch zeigt in seinem Vortrag, dass im Hintergrund der Judenmission eine antijüdische Grundhaltung steht, die seit der Reformationszeit bis weit in das 20. Jahrhundert die evangelische Kirche prägte. Nur langsam erhoben sich nach 1945 Stimmen für eine Neujustierung des christlich-jüdischen Verhältnisses. Zugleich gibt es bis heute vor allem evangelikale Kreise innerhalb und außerhalb der Landeskirchen, deren Wahrheitsanspruch und Missionsverständnis der Distanzierung von der Judenmission diametral entgegenstehen. Jan Christian Pinsch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für neuere Kirchengeschichte am Institut für Evangelische Theologie der Universität Paderborn. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören u.a. Antisemitismus und Verschwörungsmythen, ev. Kirche und Rechtspopulismus. Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38, Detmold |
Zum Terroranschlag auf die Chanukka-Feier am Bondi Beach in Sydney am 14. Dezember 2025
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V. ist erschrocken über diesen antisemitischen Anschlag. Unser Mitgefühl gehört den Familien und Angehörigen der Opfer.
Diese erneute Brutalität und Missachtung jeglicher Menschenwürde erfüllt uns mit Entsetzen, erschüttert uns zutiefst und schafft eine starke Verunsicherung.
Wir bewundern die Zivilcourage von Ahmed Al Ahmed. Sie zeigt uns, dass engagiertes Handeln für jedes friedliche Zusammenleben wichtig und sinnhaft ist.
Der Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.
Informationen über vergangene Veranstaltungen finden Sie in unseren Rundbriefen und in einzelnen Berichten.



