16. Januar - 27. April 2018

„DETMOLD UND DAS WARSCHAUER GHETTO – OPFER UND TÄTER“

Ausstellung 

Die Ausstellung ist bis Freitag, den 27. April zu den Öffnungszeiten des Archives zugänglich.

Veranstalter: Landesarchiv NRW, Abteilung OWL und Stadtarchiv Detmold

Landesarchiv NRW, Willi-Hofmann-Straße 2, Detmold

 

Flyer zur Veranstaltungsreihe "Erinnern und Gedenken" rund um den 27. Januar 2018 in Detmold

 

Freitag, 16. März 2018 um 19:30 Uhr 

"Lerne lachen ohne zu weinen" 
Kurt Tucholsky - Literarisches Kabarett
mit Roswitha Dasch (Geige & Gesang) und Ulrich Raue (Klavier & Gesang)

Kurt Tucholsky, einer der renommiertesten und vielseitigsten Schriftsteller der Weimarer Republik, hat viele Gedichte, Sketche und Texte zu Chansons geschrieben. Vom bekannten Autor der "Weltbühne" avancierte er bald zum gefragten Texter des angesehenen Berliner Kabaretts "Schall und Rauch". Humorvoll und hintergründig sind seine Texte, die er dem weiblichen Geschlecht auf den Leib schrieb, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Ironie, womit er beim Publikum blendend ankam und für viele Lacher sorgte. Trotz seines beruflichen Erfolges stand die politische Entwicklung in Deutschland gegen ihn. Seine Werke wurden 1933 verbrannt, und es trieb ihn ins schwedische Exil. Roswitha Dasch und Ulrich Raue kombinieren auf abwechslungsreiche Weise gesprochene Texte und Chansons. In der Besetzung Gesang, Violine und Klavier zeigen sie Tucholskys Werk in allen Facetten und spiegeln eine Zeit des deutschen Kabaretts zwischen Agitation und Amüsement. 

Veranstalterin: Gesellschaft für Christlich Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e. V. 

Eintritt: Abendkasse: 13 €, Vorverkauf: 10 € (Tel.: 05231/29758, per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Buchhandlung `Kafka & Co.` Krumme Str. 8 32756 Detmold) 

Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38, Detmold 

 

Mittwoch, 11. April 2018 um 19:30 Uhr 

Arnold Schönberg: „Ein Überlebender aus Warschau“ 
Musik zum Ghettoaufstand.  
Thomas Krügler

Werkbetrachtung des siebenminütigen Stückes mit Informationen zum Leben und zur Musik des Komponisten.

Arnold Schönberg (1874 in Wien-1951 USA), einer der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, hat mit der Erfindung der Zwölftontechnik (Dodekaphonie) die Musikwelt revolutioniert. Er war österreichisch-amerikanischer Komponist, Musiktheoretiker, Maler und Dichter.  Als Jude emigrierte er bei Anbruch des Nazireiches in die USA. Die Nachrichten über die Gräueltaten der Nazis veranlassten ihn im Alter von 73 Jahren sein Werk „Ein Überlebender aus Warschau“ op. 46 für Sprecher, Männerchor und Orchester zu komponieren. Es vertont den Tatsachenbericht eines polnischen Juden über die Massaker im Warschauer Ghetto. In nur 12 Tagen vollendet er das Werk am 23. August 1947, das ein Jahr später am 20. Dezember 1948 unter der Leitung von René Leibowitz seine europäische Uraufführung erlebt. 
Ein Überlebender aus Warschau gilt als eines der ausdrucksstärksten Werke Schönbergs von erschütternder Realistik in Text und Musik und stellt eine der wichtigsten und meistrezipierten musikalischen Auseinandersetzungen mit dem Holocaust dar.

Veranstalterin: Gesellschaft für Christlich Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e. V. 
 

Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38, Detmold 

 

Montag, 16. April 2018 um 19:30 Uhr 

Ein Mörder aus Detmold. Jürgen Stroop und das Warschauer Ghetto 

Dr. Bärbel Sunderbrink, Leiterin des Stadtarchivs in Detmold

NS-Täter kamen aus allen Schichten, Milieus und Religionen. Die Frage, was sie zu ihren verbrecherischen Handlungen bewegt hat, ist schwer zu beantworten. In ihrem Vortrag zeichnet Bärbel Sunderbrink den Lebensweg von Jürgen Stroop nach, der in Detmold geboren ist und hier seine prägende Zeit erlebt hat. Der Katasterbeamte machte in der SS Karriere. Im April 1943 erhielt Stroop von Heinrich Himmler den Befehl, den Aufstand im Warschauer Ghetto niederzuschlagen. Sein Bericht über die Zerstörung des Ghettos gehört zu den grausamsten Selbstzeugnissen eines NS-Verbrechers. 

Veranstalter: Stadtarchiv Detmold 

Landesarchiv NRW, Stadtarchiv Detmold, Willi-Hofmann-Straße 2, Detmold

Dienstag, 19. Juni 2018 um 19:30 Uhr

Feature-Präsentation mit anschließendem Gespräch mit Heike Tauch

Mit den Augen eines Scharfschützen.

Die Geschichte des ehemaligen israelischen Elitesoldaten Nadav Weiman

Feature von Herlinde Koelbl und Heike Tauch

Nadav Weiman, Foto Copyright: Herlinde Koelbl 

Nadav Weiman, Foto Copyright: Herlinde Koelbl

Mit: Sigrid Burkholder (Sprecherin) und Martin Bross (Voice Over)
Regie: Heike Tauch
Redaktion: Wolfgang Schiller
Produktion: DLF 2017(45 min)

Wir nehmen ihnen die Handys ab. Einer von uns sitzt die ganze Nacht über bei ihnen, mit dem Gewehr im Anschlag. Das also machten wir, und wir machten es so gut, dass die Familie nicht einmal aufwachte, als wir in das Haus eindrangen. Ich musste also eines der Kinder in seinem Bett aufwecken, mit angelegtem Gewehr, Tarnfarbe im Gesicht - die ganze Nummer. Als der Junge mich dann völlig verängstigt anstarrte, als ich so über ihm stand, die Waffe auf ihn gerichtet, und ihn aus dem Bett holte, dachte ich: ´Hier stimmt was nicht. Das gab’s schon mal in der Geschichte meines Volkes. Nur diesmal bin ich auf der falschen Seite.´ (Nadav Weiman in dem Feature „Mit den Augen eines Scharfschützen“)

Nadav Weiman wächst in einer Familie mit großer Militärtradition auf: Nadavs Großvater und Urgroßvater kämpften im jüdischen Widerstand, Nadavs Vater im Jom-Kippur- und im ersten Libanon-Krieg, seine Brüder sind Elitekämpfer in der israelischen Armee. Mit 18 Jahren geht auch Nadav voller Überzeugung zur Armee und lässt sich zum Scharfschützen bei einer Eliteeinheit ausbilden. Sein Haupteinsatzgebiet werden die besetzten Gebiete. Mit der Zeit wachsen seine Zweifel am Sinn seiner Antiterroreinsätze.
Als ihn die Fotografin Herlinde Koelbl 2012 bei ihren Arbeiten zum Ausstellungsprojekt „Targets“ kennenlernt, hat er seinen dreijährigen Dienst bereits beendet und engagiert sich bei „Breaking the Silence“, einer regierungskritischen Organisation von ehemaligen und aktiven israelischen Soldaten.(*) In den Folgejahren hält Koelbl den Kontakt mit ihm aufrecht. 2016, während der Vorbereitungen zu ihrer Ausstellung „Faces of Jerusalem“, trifft sie den inzwischen 30jährigen erneut.


Herlinde Koelbl - Informationen zur Person der bekannten Künstlerin auf www.herlindekoelbl.de

Heike Tauch (www.heike-tauch.de), seit 1992 als Autorin und Regisseurin fürs Radio mit Schwerpunkt Hörspiel und Feature. Zuletzt: „Metamorphosen“; (DLF 2015, zusammen mit Florian Goldberg), „Bürger Zweiter Klasse - Eine neu-deutsche Familie“ (DLF 2016, n-ost-Reportagepreis 2017).
Von 1996-2012 leitete Tauch das Hörtheater für Deutschlandradio in Berlin.

(*)GfCJZ: Das Treffen von Außenminister Gabriel im April 2017 mit Vertretern der Organisation "Breaking the Silence" in Israel führte zum Eklat mit der israelischen Regierung.

Veranstalter: Gesellschaft für Christlich-Jüdischer Zusammenarbeit in Lippe e.V.

Haus Münsterberg
Hornsche Straße 38, Detmold

   

Neues:

4.12.2017: Veröffentlichung einer Bropschüre zum Haus Münsterberg

4.12.2017: Freischaltung der Internetseite, die die Online-Version des Gedenkbuches für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Detmold präsentiert.

 

Hier finden Sie uns:

Haus Muensterberg

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e. V.

Haus Münsterberg
Hornsche Str. 38

32756 Detmold

Tel.: +49 5231 29758

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Homepage: www.GfCJZ-Lippe.de