Kurt Gumpel wurde am 28. März 1922 in Lemgo als drittes Kind der Kaufleute Gustav Gumpel und Rosalie, geborene Mosberg, geboren. Sein Vater betrieb in der Mittelstraße 82 ein Geschäft für „Manufakturen und Betten“. Da die jüdische Gemeinde in Lemgo keinen eigenen Rabbiner oder Prediger hatte, leitete er oft den Gottesdienst.

Bereits 1936 mussten Kurts Eltern ihr Geschäft schließen. Nach dem Tod des Vaters im Jahre 1937 verkaufte die Mutter zwei Jahre später das Haus.

Kurt Gumpel wuchs in Lemgo auf und besuchte zunächst die Volksschule. Der Übergang zum Realgymnasium wurde ihm im Gegensatz zu seinen beiden Brüdern Hans und Herbert (später Mordechai) verwehrt. Nach dem Abschluss der Volksschule fand Kurt aufgrund seiner Religionszughörigkeit keine Lehrstelle.

Von 1937 bis 1939 ging er auf Hachschara in Neuendorf bei Fürstenwalde, da er einen Antrag auf Auswanderung gestellt hatte. Am 20. Januar 1939 erhielt Kurt Gumpel seinen Reisepass und emigrierte am 29. Juni 1939 nach Dänemark.

Da ihm als politischer Flüchtling dort nur die Arbeit in der Landwirtschaft erlaubt war, nahm er eine Stelle auf einem Bauernhof an. Seine deutsche Staatsbürgerschaft wurde ihm bald aberkannt, und somit war er staatenlos. Nachdem Deutschland 1940 Dänemark besetzt hatte, konnte Kurt mit Hilfe dänischer Fischer über die Ostsee nach Schweden fliehen. Auch dort fand er wiederum in der Landwirtschaft Arbeit. Diese ungewohnt schwere körperliche Tätigkeit setzte Kurt derart zu, dass er 1944 aus gesundheitlichen Gründen gänzlich arbeitsunfähig wurde.

Nach Kriegsende kehrte Kurt Gumpel zunächst nach Dänemark zurück.

Alle drei Brüder hatten durch rechtzeitige Auswanderung das NS-Regime überlebt.

Ihre Mutter wurde im Dezember 1941 nach Riga deportiert und kam dort ums Leben. Eine rechtzeitige Auswanderung nach Palästina war zwar beantragt und auch genehmigt worden, kam aber vermutlich wegen des Kriegsbeginns nicht mehr zustande.

Kurt Gumpel lebte nach 1945 zunächst in Dänemark. 1948 besuchte er Palästina, konnte sich aber nicht zu einer Auswanderung dorthin entschließen. Zurück in Dänemark lernte er seine erste Frau Greta kennen, die 1985 verstarb. Kurt Gumpel heiratete ein zweites Mal, lebte dann in Spanien und letztlich in Belgien, wo er am 29. September 2010 starb. Bis zu seinem Tode hat er an der Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus in Lemgo regen Anteil genommen und diese Arbeit – auch in Kontakt mit Karla Raveh – stets unterstützt.